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Rollendes
Museum

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In seiner heutigen Form ist das Rollende Dorfmuseum wohl einmalig in Deutschland. Was als Idee bei den dritten Münkeboer Festtagen begann, hat sich im Laufe der Jahrzehnte zu einem echten Botschafter ostfriesischer Kultur entwickelt.

Die Idee entstand durch unser Vereinsmitglied Rolf Diekmann. Er schlug der Dorf ArGe Münkeboe vor, einen Korso mit historischen Motivwagen zu gestalten. Die technische und handwerkliche Umsetzung übernahm Gerhard Kruse mit großer Sorgfalt und Liebe zum Detail. Schon bald machten sich zahlreiche Helferinnen und Helfer an die Arbeit.

Das Wahrzeichen des Rollenden Dorfmuseums ist bis heute die mobile Windmühle, die dem Münkeboer Original nachempfunden wurde. Ihre Flügel drehen sich sogar motorgetrieben und ziehen bei jedem Auftritt die Blicke der Besucher auf sich.

Bereits 1982 folgte das Rollende Dorfmuseum einer Einladung zum Tag der Niedersachsen in Aurich und präsentierte dort erstmals seine historischen Motivwagen einer breiten Öffentlichkeit.

Anfangs waren die Werkstätten auf landwirtschaftlichen Anhängern aufgebaut. Nach jeder Veranstaltung mussten sie vollständig abgebaut werden – bis hin zu den Dachpfannen. Mit der Zeit wurden spezielle Tieflader angeschafft, auf denen die Werkstätten dauerhaft montiert werden konnten. Dies erleichterte Transport und Aufbau erheblich. Den Anfang machte der Schmiedewagen, dem nach und nach viele weitere Werkstätten folgten.

Heute umfasst das Rollende Dorfmuseum:

• Schmiede
• Seilerei (Reepschläger)
• Müllerei und Bäckerei
• Stellmacherei
• Omas Küche mit den Spinnerinnen
• Holzschuh- oder Klumpenmacherei
• Blaufärberei mit Stuhl- und Mattenflechterei
• Kolonialwarenladen
• Teezelt

Das Besondere: Alle Werkstätten sind voll funktionsfähig. Hier wird nicht nur gezeigt, sondern tatsächlich gearbeitet – ganz wie früher. In der Schmiede glüht echtes Schmiedekohlenfeuer in der Esse, während in der Bäckerei frische Rosinenbrötchen in einem holzbefeuerten Steinbackofen entstehen. Die duftenden Backwaren haben sich längst zu einem beliebten Markenzeichen des Rollenden Dorfmuseums entwickelt.

Ein besonderer Anziehungspunkt ist auch das Teezelt. Dort wird die ostfriesische Teekultur gepflegt – selbstverständlich nach allen Regeln der ostfriesischen Gastfreundschaft. Für den Tee wird sogar Münkeboer Wasser mitgeführt, denn Kenner sind sich einig: Nur so entfaltet er seinen unverwechselbaren Geschmack. Dazu werden Rosinenbrot, Käse- oder Pümmelwurstbrote angeboten und laden zu einer gemütlichen Pause ein.

Seit dem ersten Auftritt im Jahr 1982 war das Rollende Dorfmuseum auf zahlreichen Veranstaltungen in Niedersachsen sowie in den benachbarten Bundesländern Hessen und Nordrhein-Westfalen zu Gast. Überall begeistert es Besucherinnen und Besucher mit lebendigem Handwerk, ostfriesischer Gastfreundschaft und einem authentischen Einblick in das frühere Dorfleben.

Wo immer das Rollende Dorfmuseum Station macht, vermittelt es Tradition, Gemeinschaft und Kultur. Damit ist es weit mehr als eine Sammlung historischer Werkstätten – es ist ein rollender Botschafter Ostfrieslands.

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